Eintrag 035 · Bestattungsarten

Kindsarg: Der Sarg für ein Kind — Größen, Gestaltung und Kosten

Ein Kindsarg ist in Maß, Form und Ausstattung auf ein verstorbenes Kind abgestimmt. Der Beitrag erklärt Größen und Materialien, den Ablauf der Bestattung, die Kosten und Möglichkeiten, den Abschied persönlich zu gestalten.

Ein Kindsarg ist ein Sarg, der in seiner Länge, seiner Breite und seiner ganzen Gestaltung auf ein verstorbenes Kind abgestimmt ist. Für Eltern und Geschwister ist die Auswahl dieses letzten Behältnisses einer der schwersten Momente der Trauer — und zugleich eine Möglichkeit, dem Kind einen behutsamen, persönlichen Abschied zu schenken. Der folgende Artikel erläutert die Größen und Materialien, den Ablauf einer Kinderbestattung, die anfallenden Kosten und die vielen kleinen Möglichkeiten, den Kindsarg mit Leben und Erinnerung zu füllen.

Was ist ein Kindsarg?

Ein Kindsarg unterscheidet sich von einem Erwachsenensarg vor allem durch seine Maße und seine Anmutung. Er ist kürzer, schmaler und meist leichter gebaut, damit er von den Trauernden getragen und betrachtet werden kann, ohne zu überfordern. Die Form entspricht dem klassischen Sarg: ein trapezförmiger Korpus, an den Schultern breiter und am Fußende schmaler, meist mit gewölbtem Deckel. Viele Modelle sind in hellen, sanften Farben gehalten — Weiß, Zartgrün oder Rapsgelb — oder tragen kindgerechte Motive wie Monde, Sterne oder kleine Tiere.

Die Entscheidung für einen Kindsarg trifft meist die Familie gemeinsam mit dem Bestattungsinstitut. Nicht jedes Unternehmen hat Erfahrung mit Kinderbestattungen; viele Bestatterinnen und Bestatter, die auf diesen Bereich spezialisiert sind, nehmen sich besonders viel Zeit und begleiten die Eltern behutsam durch alle Schritte — von der hygienischen Versorgung bis zur Wahl der Grabstelle.

Größen und Maße: Vom Sternenkind bis zum Jugendlichen

Kindsärge werden nach der Körpergröße des Kindes gewählt. Die Hersteller bieten feste Standardmaße an, die in der Regel bis zu einer Länge von etwa 140 cm reichen; darüber gehen die Übergänge zu den Erwachsenengrößen fließend. Die folgende Übersicht zeigt die üblichen Größen:

Körpergröße des KindesÜbliche SarglängeHinweise
Früh- und Neugeboreneetwa 40 bis 60 cmbesonders zarte Ausführungen, oft „Sternenkind-Särge“ genannt
etwa 60 bis 90 cmetwa 80 cmhäufigstes Maß für Kleinkinder; Innenmaße etwa 75 × 25 cm
etwa 90 bis 110 cmetwa 100 cmkindgerechte Motive wie Mond und Sterne sind verbreitet
etwa 110 bis 130 cmetwa 120 cmÜbergang zu schlichteren, „erwachseneren“ Formen
ab etwa 130 cmetwa 140 cm und mehrAnschluss an Jugend- und Erwachsenengrößen

Viele Bestattungshäuser halten Kindersärge in allen gängigen Größen vorrätig; Sonderanfertigungen nach Maß sind bei fast allen Sargmanufakturen möglich. Die genaue Passform übernimmt das Bestattungsinstitut, das den Sarg sorgfältig auf die Größe des Kindes abstimmt. Ausführliche Hintergründe zu Maßen und Normgrößen enthält der Beitrag zu den Sarggrößen.

Materialien und Ausstattung

Klassische Kindsärge bestehen aus leichten, weichen Hölzern wie Linde, Kiefer oder Buche. Sie werden häufig weiß lackiert oder in zarten Pastelltönen gehalten; beliebte Motive sind Mond und Sterne, kleine Teddybären oder Engelsfiguren. Auch geflochtene Kindersärge aus Weide oder Seegras sind erhältlich — eine ruhige, natürliche Variante, die sich gut mit einer Erdbestattung oder Feuerbestattung verbinden lässt.

Im Inneren sorgt eine weiche Ausstattung aus Baumwolle, einem kleinen Kissen und einer Decke für eine behutsame Einbettung. Viele Eltern legen dem Kind persönliche Gegenstände bei: ein Kuscheltier, eine Zeichnung des Geschwisterkindes, einen Brief oder ein Foto. Fast alle Institute ermöglichen dies; über die Bestattungsgesetze der Länder hinaus gibt es hier keine Einschränkungen, solange die Gegenstände den Ablauf der Beisetzung nicht stören.

Ein wichtiger Hinweis: Wer sich unsicher ist, ob ein Wunschgegenstand mit beigelegt werden darf, fragt im Vorfeld das Bestattungsinstitut oder die Friedhofsverwaltung. Bei einer Feuerbestattung sind etwa batterieschaltete Gegenstände oder Metalle ungünstig; manche Gegenstände müssen zurückbleiben, damit die Einäscherung reibungslos abläuft.

Der Kindsarg im Ablauf der Bestattung

Nach dem Tod eines Kindes gelten formal die gleichen Schritte wie bei Erwachsenen: Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung, Meldung ans Standesamt, dann die Planung der Bestattung. Viele Bestattungsinstitute ermöglichen es den Eltern, sich in Ruhe zu verabschieden — am offenen Sarg im Abschiedsraum oder auch zu Hause. Ob eine offene Aufbahrung möglich und sinnvoll ist, klären die Bestatterinnen und Bestatter einfühlsam mit den Eltern.

Bei der Beisetzung selbst tragen oft Angehörige den kleinen Sarg. Manche Eltern wünschen das ausdrücklich, weil das Tragen ein letzter Wegbegleiter-Dienst ist; andere überlassen ihn den Profis des Instituts. Beides ist in Ordnung, und es gibt keine Pflicht — das Tempo und die Gestaltung der Bestattungszeremonie bestimmen die Familie.

Die Grabstelle für ein Kind ist auf vielen Friedhöfen ein eigenes Kindergrabfeld: ruhig gelegen, oft mit Spielplatz in der Nähe und niedrigerer Bepflanzung. Die Ruhezeiten sind auf Kindergräbern häufig kürzer, die Gebühren deutlich geringer. Mehr dazu im Beitrag zum Kindergrab.

Was kostet ein Kindsarg?

Der Preis für einen Kindsarg liegt meist zwischen rund 150 und 600 Euro; einfache Modelle aus Weichholz beginnen am unteren Rand, aufwendige Särge aus Massivholz oder mit individueller Gestaltung kosten mehr. Die Gesamtkosten einer Kinderbestattung sind meist deutlich niedriger als bei Erwachsenen — nicht nur wegen des Sarges, sondern auch wegen der geringeren Friedhofsgebühren und des häufig schlichteren Zuschnitts der Trauerfeier. Zum Vergleich: Für Erwachsene liegen die durchschnittlichen Gesamtkosten einer Bestattung bei rund 6.208 Euro (Athena-Studie 2024). Einen vollständigen Überblick über alle Positionen bietet der Beitrag zu den Bestattungskosten.

Gut zu wissen: Wenn die Kosten einer Kinderbestattung den Angehörigen nicht zugemutet werden können, übernimmt das Sozialamt die erforderlichen Kosten nach § 74 SGB XII. Das ist keine Ausnahme, sondern eine ausdrückliche gesetzliche Aufgabe der Sozialhilfe — ein Anspruch, der auch bei Kindern greift und den Eltern oft einen Teil der Sorge nimmt.

Sterbegeld von den gesetzlichen Krankenkassen gibt es seit 2004 nicht mehr. Manche privaten Versicherungen, Arbeitgeber oder Kommunen zahlen dennoch Beihilfen; auch Kinder, die für ein verstorbenes Elternteil halbwaisen- oder vollwaisenberechtigt sind, erhalten laufende Renten nach dem Sechsten Sozialgesetzbuch. Die Einzelheiten klären die Angehörigen am besten direkt mit dem Bestattungsinstitut, das mit den Kostenträgern regelmäßig zu tun hat.

Den Abschied persönlich gestalten

Der Kindsarg bietet Raum für sehr persönliche Gestaltung. Viele Manufakturen bemalen oder gravieren den Sarg mit Namen, Sternbildern oder Sprüchen; der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt. Auch die Trauergemeinschaft kann einbezogen werden: Geschwister malen Bilder, die in den Sarg gelegt werden, Großeltern schreiben Briefe, Freundinnen und Freunde legen Blumen hinein. Solche Rituale geben der Trauer eine Form und helfen, das Abschiednehmen konkret zu gestalten.

Viele Eltern berichten, dass ihnen gerade diese Momente Halt gegeben haben — das gemeinsame Herrichten des Sarges, das Aussuchen der Decke, das letzte Wiegen. Unterstützung bei der Trauer bietet die professionelle Trauerbegleitung für Eltern; wie Kinder selbst einen Tod begreifen und begleitet werden können, beschreibt der Beitrag zu Kindern und Trauer.

Wenn das Kind vor der Geburt stirbt

Stirbt ein Kind noch vor oder während der Geburt, gelten besondere Regeln. Seit einer Reform des Personenstandsgesetzes im Jahr 2013 können Eltern auch bei einer Fehlgeburt eine urkundliche Bestätigung über die Geburt erhalten; totgeborene Kinder werden im Sterberegister beurkundet und erhalten auf Antrag eine Sterbeurkunde. In den meisten Bundesländern besteht für totgeborene Kinder ab einem Gewicht von 500 Gramm Bestattungspflicht; kleinere Fehlgeburten dürfen ebenfalls bestattet werden, müssen es aber nicht.

Für diese kleinsten Särge — oft „Sternenkindsärge“ genannt — gibt es zarte Ausführungen ab etwa 40 cm Länge, meist in Weiß. Viele Bestattungsinstitute und Kliniken begleiten Familien in dieser Situation unentgeltlich oder stark vergünstigt. Vertiefte Informationen enthalten die Beiträge zum Sternenkind, zur Trauer nach Fehlgeburt und zum Schwangerschaftsverlust.

Siehe auch

Weitere Beiträge rund um Abschied und Trauer bei Kindern: Kindergrab, Sternenkind, Trauer nach Fehlgeburt, Sarggrößen, Trauerbegleitung für Eltern und Kinder und Trauer.

Der passende Ratgeber dazu: Bestattungsarten bei bestattung.de

Praktisch statt enzyklopädisch — alle Bestattungsarten für die Entscheidung: bestattungsformen.de

Häufige Fragen

Kindsärge gibt es in festen Standardgrößen zwischen etwa 40 und 140 cm Länge. Ein Kind mit einer Körpergröße von 60 bis 90 cm bekommt üblicherweise einen Sarg mit 80 cm Länge, für größere Kinder sind 100, 120 und 140 cm verbreitet. Die genaue Zuordnung übernimmt das Bestattungsinstitut, das die Maße mit dem Kind abstimmt. Darüber hinaus sind Sonderanfertigungen bei fast allen Sargmanufakturen möglich; Details regelt der Beitrag zu den Sarggrößen.

Die meisten Kindsärge kosten zwischen rund 150 und 600 Euro. Einfache Modelle aus Weichholz wie Linde oder Kiefer liegen am unteren Rand, aufwendige Särge aus Massivholz oder mit individueller Bemalung kosten mehr. Die Gesamtkosten einer Kinderbestattung fallen meist deutlich niedriger aus als bei Erwachsenen, weil auch Friedhofsgebühren und Ruhezeiten auf Kindergräbern geringer sind. Reicht das Einkommen nicht, übernimmt das Sozialamt die Kosten nach § 74 SGB XII.

In den allermeisten Fällen ja. Kuscheltiere, Zeichnungen, Briefe, Fotos oder kleine Erinnerungsstücke können beigelegt werden. Bei einer Feuerbestattung sollten Gegenstände aus Metall oder mit Batterien vermieden werden, weil sie den Einäscherungsablauf stören; das Bestattungsinstitut nennt die Grenzen im Einzelnen. Viele Eltern empfinden das Beilegen als wichtigen letzten Gesten — es gibt dem Abschied eine persönliche Form.

Ja. Kinder können sowohl erdbestattet als auch eingeäschert werden; der Kindsarg entspricht in beiden Fällen den Vorschriften der Landesbestattungsgesetze und der jeweiligen Friedhofssatzung. Bei der Feuerbestattung wird die Asche anschließend in einer Urne beigesetzt; alles Weitere beschreibt der Beitrag zur Urnenbeisetzung. Manche Eltern wählen zusätzlich eine kleine Schmuckurne als Erinnerungsstück.

Nicht immer. In den meisten Bundesländern besteht Bestattungspflicht für totgeborene Kinder ab einem Gewicht von 500 Gramm; Fehlgeburten unter dieser Grenze dürfen bestattet werden, müssen es aber nicht. Viele Krankenhäuser und Bestattungsinstitute bieten für diese Fälle kleine Sternenkindsärge an und begleiten die Familie unentgeltlich oder stark vergünstigt. Seit 2013 können Eltern außerdem auf Antrag eine urkundliche Bestätigung über die Geburt erhalten — ein Angebot, das vielen Eltern wichtig ist.

Das Bestattungsinstitut ist erste Anlaufstelle; viele Unternehmen haben Erfahrung mit Kinderbestattungen und richten Auswahl und Abschied bewusst ruhig und ohne Zeitdruck ein. Ergänzend unterstützen Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger, Hebammen sowie Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter, die auf den Tod von Kindern spezialisiert sind. Ein guter erster Schritt ist der Gesprächstermin im Institut: Dort werden Größe, Farbe, Ausstattung und Preis des Sarges in Ruhe besprochen — und auch, ob eine offene Abschiednahme gewünscht wird.

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