Was ist eine Bestattungsverfügung?

Eine Bestattungsverfügung ist ein schriftliches Dokument, in dem man zu Lebzeiten festlegt, wie die eigene Bestattung ablaufen soll. Sie ist eine Anleitung für die Hinterbliebenen und den Bestatter, um sicherzustellen, dass die eigenen Wünsche respektiert werden.

Was sollte in der Bestattungsverfügung stehen?

  • Bestattungsart: Erdbestattung, Feuerbestattung, Seebestattung, Baumbestattung etc.
  • Grabart: Wahlgrab, Reihengrab, anonymes Grab, Gemeinschaftsgrab
  • Sarg oder Urne: Material, Farbe, Ausstattung
  • Trauerfeier: Ort (Kirche, Kapelle, Friedwald), Ablauf, Musik, Lieder, Trauerredner
  • Blumen und Dekoration: Art der Blumen, Kränze, Gestecke
  • Grabstein: Material, Form, Inschrift
  • Kleidung: Welche Kleidung getragen werden soll
  • Bestatter: Welches Bestattungsinstitut beauftragt werden soll
  • Spender: Ob Organe gespendet werden sollen
  • Angehörige: Wer informiert werden soll
💡 Gut zu wissen

Die Bestattungsverfügung ist rechtlich nicht bindend — rechtlich entscheidet der nächste Angehörige über die Bestattung. In der Praxis respektieren die Angehörigen aber fast immer die Wünsche des Verstorbenen. Um die Verbindlichkeit zu erhöhen, kann man die Verfügung in einen Vorsorgevertrag mit dem Bestatter integrieren.

Form

Eine Bestattungsverfügung kann formlos verfasst werden. Empfohlen wird:

  • Schriftliche Form (handschriftlich oder maschinenschriftlich)
  • Datum und Unterschrift
  • Klar und verständlich formuliert
  • Aufbewahrung an einem bekannten Ort
  • Kopien an Angehörige, Bestatter und ggf. Anwalt

Kosten

Die Erstellung einer Bestattungsverfügung ist kostenlos. Man kann sie selbst verfassen oder ein Formular des Bestatters verwenden. Die meisten Bestattungsinstitute bieten kostenlose Formulare an.

Wo aufbewahren?

Die Verfügung muss im Todesfall schnell gefunden werden. Empfohlene Aufbewahrungsorte:

  • Zuhause an einem bekannten, sicheren Ort
  • Beim Bestatter (wenn ein Vorsorgevertrag besteht)
  • Beim Notar (in Kombination mit Testament oder Vorsorgevollmacht)
  • Vorsorgemappe, die Angehörigen bekannt ist
⚠ Wichtig

Die Bestattungsverfügung hilft den Angehörigen — aber nur, wenn sie auch gefunden wird. Sagen Sie Ihren Angehörigen, dass es sie gibt und wo sie liegt. Am besten: geben Sie Kopien direkt an die wichtigsten Personen.

Unterschied zum Testament

Das Testament regelt die Vermögensnachfolge (wer was erbt). Die Bestattungsverfügung regelt den Ablauf der Bestattung. Beide Dokumente sind unabhängig voneinander und können separat errichtet werden. Es ist aber möglich, die Bestattungsverfügung als Teil des Testaments zu verfassen.