Was ist ein Bestattungsvorsorgevertrag?

Ein Bestattungsvorsorgevertrag (auch Vorsorgevertrag genannt) ist eine Vereinbarung zwischen einer Person und einem Bestattungsinstitut. Er regelt die Wünsche zur eigenen Bestattung und sichert die finanzielle Deckung der Bestattungskosten ab. Damit entlastet man die Angehörigen in einer schwierigen Zeit und stellt sicher, dass die eigenen Wünsche umgesetzt werden.

Zwei Komponenten des Vorsorgevertrags

1. Bestattungsverfügung (Wünsche)

In der Bestattungsverfügung legt man fest, wie die Bestattung ablaufen soll:

  • Bestattungsart (Erde, Feuer, See, Baum etc.)
  • Art des Sargs oder der Urne
  • Wünsche zur Trauerfeier (Ort, Ablauf, Musik, Redner)
  • Blumen und Dekoration
  • Grabstein und Inschrift
  • Kleidung des Verstorbenen
  • Trauerredner oder Geistlicher

2. Finanzielle Vorsorge

Die finanzielle Absicherung der Bestattungskosten kann auf verschiedene Arten erfolgen:

  • Bestattungsvorsorgeversicherung: Eine Versicherung, die bei Tod die vereinbarte Summe auszahlt
  • Treuhandmodell: Das Geld wird bei einer Treuhandgesellschaft angelegt und zweckgebunden verwendet
  • Sparvertrag: Ein spezielles Konto, das dem Bestatter zusteht
💡 Gut zu wissen

Ein Vorsorgevertrag kann jederzeit abgeschlossen werden — auch bereits in jüngeren Jahren. Viele Bestatter bieten diesen Service kostenlos an. Die finanzielle Vorsorge kann monatlich (in Raten) oder als Einmalzahlung erfolgen.

Vorteile eines Vorsorgevertrags

  • Entlastung der Angehörigen: Diese müssen in der Trauerzeit keine Entscheidungen treffen und keine Kosten tragen.
  • Eigene Wünsche werden respektiert: Man legt selbst fest, wie man bestattet werden möchte.
  • Finanzielle Sicherheit: Die Kosten sind abgedeckt, keine unerwarteten Belastungen.
  • Schutz vor Pfändung: Vorsorgeverträge sind Hartz-IV-sicher und können nicht gepfändet werden.
  • Steuerfreiheit: Auszahlungen aus Bestattungsvorsorge sind erbschaftsteuerfrei.

Was sollte im Vertrag stehen?

Ein vollständiger Vorsorgevertrag sollte folgende Punkte enthalten:

  1. Persönliche Daten (Name, Geburtsdatum, Adresse)
  2. Detaillierte Wünsche zur Bestattung
  3. Finanzielle Vereinbarung (Versicherungssumme oder Treuhandbetrag)
  4. Name des beauftragten Bestatters
  5. Ansprechpartner für den Todesfall
  6. Widerrufsklausel
  7. Übertragbarkeit bei Umzug

Kosten

Die Kosten für den Abschluss eines Vorsorgevertrags sind in der Regel kostenlos — man zahlt nur die vereinbarte Bestattungssumme. Die monatlichen Raten liegen typischerweise zwischen 15 und 50 Euro, je nach Bestattungsform und Absicherungshöhe.

⚠ Achtung

Vergleichen Sie Angebote verschiedener Bestatter. Achten Sie auf die Vertragslaufzeit, Konditionen bei Umzug und die Frage, was passiert, wenn der Bestatter insolvent geht. Empfohlen werden Treuhandmodelle, bei denen das Geld unabhängig vom Bestatter verwahrt wird.

Vorsorgevertrag vs. Sterbegeldversicherung

Der Vorsorgevertrag kombiniert die Bestattungsverfügung (Wünsche) mit der finanziellen Absicherung. Die Sterbegeldversicherung sichert nur die finanzielle Seite. Wer bereits eine Sterbegeldversicherung hat, kann eine separate Bestattungsverfügung verfassen, ohne einen Vorsorgevertrag abzuschließen.