Der Beruf Trauerbegleiter

Trauerbegleiter (auch Trauerbegleiterinnen) begleiten Menschen durch die Zeit nach einem Verlust: Sie hoeren zu, strukturieren die Trauer, bieten Rituale und Gruppen an. Der Beruf ist die Antwort auf die Erkenntnis: Trauer braucht Begleitung — professionell, wenn das Umfeld ueberfordert ist.

Was Trauerbegleiter leisten

  • Einzelnbegleitung: Persoenliche Gespraeche (60-90 Minuten) — Raum fuer alles, was die Trauer bringt
  • Trauergruppen: Gleichbetroffene treffen, Austausch und gemeinsame Rituale (Details: Trauergruppen)
  • Angehörigen-Arbeit: Familien begleiten, Kommunikation in der Trauer unterstuetzen
  • Rituale und Gedenken: Abschieds- und Gedenkgestaltung (Jahrestage, Umgangsformen)
  • Vermittlung: Bei pathologischer Trauer (Depression, PTBS) an Psychotherapeuten und Aerzte weiterleiten

Wie man Trauerbegleiter wird

  1. Ausbildung: Mehrere Institute (Bundesverband Trauerbegreuung, AET, ING Institut) — 1-3 Jahre berufsbegleitend (ca. 1.500-4.000 €)
  2. Inhalte: Trauertheorien, Gesprächsführung, Selbsterfahrung, Rituale, Ethik, Grenzen der Begleitung
  3. Hintergrund: Viele kommen aus Pflege, Seelsorge, Sozialarbeit, Psychologie — Lebens- und Berufserfahrung ist Grundlage
  4. Zertifizierung: Ueber die Institute und den Bundesverband Trauerbegreuung (Qualitaetssicherung)

Trauerbegleitung vs. Psychotherapie

Trauer als natuerlicher ProzessSelbstzahler (50-90 €/Stunde) oder VereinsangeboteBegleitung, Zuhoeren, Rituale
TrauerbegleitungPsychotherapie
Krankhafte Formen ( Depression, PTBS)
Kassenfinanziert (bei Diagnose)
Diagnostik und Behandlung
Wochen bis MonateBei krankhafter Trauer: Monate bis Jahre