Gedenktage für Verstorbene im Jahreslauf
Neben dem individuellen Todestag kennen Kirche und Volksfrömmigkeit feste Gedenktage für alle Verstorbenen. Sie strukturieren das Erinnern im Jahreslauf und geben Trauernden öffentliche Momente des Gedenkens.
Die wichtigsten Termine
Allerheiligen (1. November)
Katholisches Hochfest aller Heiligen — und der Beginn der Totenwoche. Auf vielen Friedhöfen werden Gräber geschmückt, Kerzen angezündet, Priester segnen die Gräber. Familienbesuche am Grab sind weit verbreitet.
Allerseelen (2. November)
Der Gedenktag aller Verstorbenen: Katholische Gemeinden feiern Totenmessen, die Gläubigen gedenken ihrer Verstorbenen namentlich.
Totensonntag (letzter Sonntag vor dem 1. Advent)
Evangelischer Gedenktag: Der letzte Sonntag des Kirchenjahres gedenkt aller Verstorbenen des Jahres. Gottesdienste mit Verlesung der Verstorbenennamen, besonderen Liedern und Gebeten.
Volkstrauertag (2. Sonntag vor dem 1. Advent)
Staatlicher Gedenktag für die Kriegsopfer und Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen. Zentrale Gedenkfeiern an Ehrenmalen und Kriegsgräberstätten.
Internationale Gedenktage
- Día de los Muertos (Mexiko, 1.-2.11.): farbenfrohes Totenfest mit Altares und Blumen — UNESCO-Kulturerbe
- Qingming (China, April): Grabreinigung und Opfergaben der Vorfahren
- Obon (Japan, August): Geister der Ahnen kehren heim; Laternen führen sie zurück
- Pitru Paksha (Indien, Sept./Okt.): hinduistische Ahnenopfer
Kerzen und Grablichte
Das Kerzenanzünden ist das verbreitetste Gedenkritual — Symbol der bleibenden Verbundenheit und des Lebenslichts, das weiterbrennt. Zu Allerheiligen entstehen auf katholischen Friedhöften oft Meere aus Kerzen.





