Was bedeutet ökologische Bestattung?

Eine ökologische Bestattung zielt darauf, die Umweltbelastung von Bestattung und Grabpflege so gering wie möglich zu halten: durch klimafreundliche Bestattungsformen, biologisch abbaubare Särge und Urnen, naturnahe Grabfelder und umweltschonende Grabpflege. Zwei große Stellschrauben dominieren die Diskussion: die Bestattungsform (Feuer- oder Erdbestattung) und die verwendeten Materialien.

Umweltbilanz von Feuer- und Erdbestattung

Die Feuerbestattung verbraucht Energie — moderne Krematorien arbeiten aber mit Filtertechnik und nutzen Abwärme teilweise für Fernwärme; Quecksilber aus Zahnfüllungen wird heute gesetzlich über Reingasanlagen abgefangen. Die Erdbestattung benötigt keine Verbrennungsenergie, belegt aber Fläche und bindet durch Sarg und ggf. konservierende Stoffe Materialien im Boden. Naturbestattungsformen wie die Baumbestattung im Friedwald kommen ohne Grabmal und ohne intensive Grabpflege aus und fördern zugleich Waldökosysteme.

BestattungsformUmweltaspektEignung
Kremation + UrnengrabEnergiebedarf, Filter, Platzersparnismit Ökostrom-Krematorium gut
Erdbestattung im SargFlächenverbrauch, Materialienmit öko-Sarg ökologisch vertretbar
Baumbestattung / Friedwaldkein Grabmal, keine Grabpflege, Wald­schonungsehr nachhaltig
Riffbestattungschafft Meereslebensraumpositiver Habitat-Effekt
Promessionenergiearm, kompostierbarin Deutschland (noch) kaum verfügbar

Ökologische Särge und Urnen

  • Holzsärge aus heimischem, nachhaltig bewirtschaftetem Holz, ungebleicht und unlackiert — die Basis der öko-Sargwahl
  • Alternativen wie Weidengeflecht, Pappe oder Kaliko; Details erklärt Sarg auswählen
  • Urnen aus Holzasche, Karton, Zellulose oder Ton — verrottbar und erlaubt; die Auswahl beschreibt Urne auswählen
  • Verzicht auf Kunststoffgriffe, Metallbeschläge und lackierte Oberflächen

Umweltschonende Grabpflege

Der größte laufende Umwelthebel liegt in der Grabpflege: Chemische Unkrautvernichter sind auf den meisten Friedhöfen ohnehin verboten; biologische Bepflanzung mit Stauden und einheimischen Gewächsen reduziert Wasser- und Pflegeaufwand. Wer dauerhaft pflegen lässt, findet ökologisch arbeitende Betriebe über den Grabpflegeverband oder vereinbart eine Dauergrabpflege. Auch der Verzicht auf Grabmal zugunsten einer Baumbestattung spart Ressourcen.

Grenzen der ökologischen Wahl

In Deutschland gilt Friedhofszwang: Die Asche Verstorbener muss grundsätzlich auf einem Friedhof oder einer genehmigten Bestattungsfläche ruhen (Ausnahmen siehe Bestattungsgesetz). Freie Kompostierung, Aschestreuung in freier Natur oder Bestattung im eigenen Garten sind nicht erlaubt. Innerhalb des Rahmens bleiben dennoch viele Gestaltungsspielräume — von der Baumbestattung über die ökologische See-Beisetzung bis zum naturnahen Urnengemeinschaftsgrab.

Vorsorge für eine grüne Bestattung

Wer eine ökologische Bestattung möchte, hält die Wünsche schriftlich fest — idealerweise in einer Bestattungsverfügung oder einem Vorsorgevertrag bei einem Bestatter, der ökologische Leistungen anbietet. Der Artikel zur Bestattungsvorsorge zeigt, welche Anbieter nachhaltige Pakete führen und wie Preise verglichen werden.