Was ist ein Krematorium?
Ein Krematorium (auch Einäscherungsinstitut oder Feuerbestattungsanlage) ist die technische Anlage zur Einäscherung Verstorbener. Nach der zweiten Leichenschau und der Kremationsgenehmigung wird der Sarg mit dem Verstorbenen dort feierlich eingeäschert; die Asche wird anschließend in die Urne gefüllt und für die Beisetzung vorbereitet.
Der rechtliche Rahmen
Die Feuerbestattung ist in Deutschland streng reguliert:
- Zweite Leichenschau: Vor jeder Einäscherung führt ein Amtsarzt oder beauftragter Arzt eine unabhängige zweite Leichenschau durch — sie soll nicht-natürliche Todesfälle (Straftaten) endgültig ausschließen
- Kremationsgenehmigung: Das Gesundheitsamt erteilt sie nach Prüfung aller Unterlagen je nach Land
- Eindeutige Kennzeichnung: Jede Einäscherung wird mit einer nicht manipulierbaren Kremationsnummer (Feuerbestattungsmarke aus Schamott) begleitet, die mit der Urne verbleibt
- Dokumentationspflicht: Krematorien führen Kremationsbücher mit allen Angaben
Der Einäscherungs-Ablauf
- Anlieferung: Der Verstorbende im Sarg wird übernommen und identifiziert
- Zwischenlagerung: Kühlraum bis zum Einäscherungstermin
- Abschiedsmöglichkeit: Manche Krematorien bieten eine kurze Abschiedszeremonie an der Einäscherungskammer an
- Einäscherung: Der Sarg wird in die Kammer überführt; die Kremation dauert je nach Verfahren 60–150 Minuten bei 800–1.100 °C
- Abkühlung und Aufbereitung: Die Asche (Kremationsreste) wird abgekühlt und von Metallteilen (Schrittmacherreste, Implantate) getrennt
- Urnenbefüllung: Die Asche wird in die gewählte Urne gefüllt, versiegelt und mit der Kremationsnummer dokumentiert
- Übergabe an den Bestatter mit Kremationsbescheinigung
Vertiefung: Der Einäscherungs-Ablauf Schritt für Schritt
Kosten des Krematoriums
- Kremationsgebühr: 400–800 € (je nach Bundesland und Krematorium)
- Inklusive: zweite Leichenschau-Dokumentation, Einäscherung, Urnen-Grundbehältnis (Schamott-Urne für die Beisetzung)
- Die wahlweise Schmuckurne (100–800 €) kommt separat über den Bestatter
Umweltaspekt
Moderne Krematorien arbeiten mit Filter- und Rauchgasreinigungsanlagen (Staubfilter, Aktivkohle, Dioxinfilter). Quecksilber-Emissionen aus Zahnfüllungen werden in modernen Anlagen zurückgehalten. Die deutsche Krematoriums-Technik gilt weltweit als Referenz.





