Was ist Sterbegeld?
Sterbegeld war eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, die bei Tod eines Mitglieds gezahlt wurde. Bis Ende 2021 zahlten die Krankenkassen ein Sterbegeld von etwa 1.000 bis 1.500 Euro. Seit dem 1. Januar 2022 wurde das Sterbegeld abgeschafft — die Krankenkassen zahlen kein Sterbegeld mehr.
Die Abschaffung 2022
Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wurde das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen zum 1. Januar 2022 abgeschafft. Betroffen sind alle gesetzlich Versicherten. Privatversicherte können je nach Vertrag weiterhin Sterbegeld erhalten.
Für Personen, die vor dem 1. Januar 2022 verstorben sind, wurde das Sterbegeld noch gezahlt. Für alle nach diesem Datum eintretenden Todesfälle entfällt die Leistung.
Was tun nach der Abschaffung?
Da das Sterbegeld weggefallen ist, müssen die Bestattungskosten anderweitig abgesichert werden. Möglichkeiten:
Private Sterbegeldversicherung
Eine Versicherung, die bei Tod eine vereinbarte Summe auszahlt. Beiträge variieren je nach Alter und Summe (typischerweise 10 bis 50 Euro monatlich für 5.000 Euro Versicherungssumme).
Bestattungsvorsorgevertrag
Ein Vertrag mit dem Bestatter, der die Wünsche und die finanzielle Absicherung kombiniert. Die monatlichen Raten sind oft günstiger als eine Versicherung.
Sparen
Einfach einen Geldbetrag auf einem Konto zurücklegen. Nachteil: nicht Hartz-IV-sicher, muss bei Arbeitslosigkeit verwendet werden.
Treuhandmodell
Geld wird bei einer Treuhandgesellschaft zweckgebunden angelegt. Sicherheit, dass das Geld nur für die Bestattung verwendet wird.
Wer vor 2022 auf das Sterbegeld der Krankenkasse vertraut hat, muss jetzt Vorsorge treffen. Die Bestattungskosten (durchschnittlich 3.000 bis 6.000 Euro) können die Angehörigen sonst überraschend belasten.
Sterbegeld vs. Bestattungsvorsorge
| Merkmal | Sterbegeld (Krankenkasse) | Private Vorsorge |
|---|---|---|
| Status | Abgeschafft (seit 2022) | Aktuell und empfohlen |
| Leistung | ca. 1.000 Euro | Bis zu 10.000 Euro oder mehr |
| Beiträge | In Krankenkassenbeitrag enthalten | Monatlich 10 bis 50 Euro |
| Wünsche | Keine | Bestattungsverfügung möglich |
Ausnahmen
Folgende Personen können weiterhin Sterbegeld erhalten:
- Privatversicherte: Je nach Tarif kann Sterbegeld vereinbart sein
- Betriebsrentner: Manche Betriebsrenten beinhalten Sterbegeld
- Gewerkschaftsmitglieder: Manche Gewerkschaften zahlen Sterbegeld
- Kirchen: Manche Landeskirchen zahlen Sterbegeld an ihre Mitglieder
Was ist mit dem Sterbegeld der Beamten?
Beamte haben nach wie vor Anspruch auf Sterbegeld nach dem Beamtenversorgungsgesetz. Die Höhe variiert je nach Besoldungsgruppe und Dienstalter. Ein Antrag muss innerhalb von 12 Monaten nach dem Todesfall gestellt werden.




