Wege in einen besonderen Beruf

Bestatter war lange ein Beruf, den man 'durch Einheirat oder Erbe' erlernte — Wissen wurde über Generationen weitergegeben. Seit 2019 gibt es einen offiziellen, staatlich geregelten Weg: die dreijährige Ausbildung zum Bestatter in Deutschland. Wer den Beruf ergreifen will, hat heute mehrere Möglichkeiten.

Die reguläre Ausbildung

Die Ausbildung zum Bestatter ist anerkannt und verbindlich geregelt: drei Jahre im dualen System — Betrieb und Berufsschule (in Baden-Württemberg) oder über Betriebslehrgänge mit überbetrieblichen Seminaren. Die Inhalte reichen von der hygienischen Totenversorgung über Bestattungsrecht und -kunde bis zu Trauerbegleitung und Betriebswirtschaft.

Weiterbildungen und Spezialqualifikationen

  • Bestattermeister: Weiterbildung zur Führungsposition — Voraussetzung oft für die Selbständigkeit; regelt die Handwerksordnung.
  • Thanatopraktiker: Spezialisierung auf die vorübergehende Konservierung von Verstorbenen — siehe Thanatopraxie.
  • Trauerbegleiter: Qualifizierung für die Begleitung von Angehörigen — verwandt mit der Trauerbegleitung.
  • Fachwirt und Studium: Manche Hochschulen bieten Studiengänge in Bestattungsmanagement an — für Leitungsaufgaben und Konzerne.

Was die Ausbildung verlangt

Anforderung Warum wichtig
Psychische StabilitätArbeit mit Verstorbenen und trauernden Angehörigen
EinfühlungsvermögenBeratung in extremen Ausnahmesituationen
Handwerkliches GeschickTotenversorgung, Sarg- und Urnenauswahl, Dekorationsarbeiten
OrganisationstalentTerminketten mit Behörden, Friedhof, Krematorium und Kirche
Körperliche BelastbarkeitBergungen, Überführungen, Bereitschaftsdienste

Voraussetzungen und Zugang

Die meisten Betriebe erwarten einen Hauptschulabschluss, viele einen mittleren Abschluss. Wichtiger als Noten sind Haltung und Persönlichkeit; Praktika vor der Bewerbung sind der beste Einstieg — viele Bestattungshäuser bieten Schnupperpraktika an, in denen Bewerber testen können, ob die Arbeit mit Verstorbenen zu ihnen passt.

Ausblick und Verbandsempfehlungen

Der Beruf professionalisiert sich weiter: Qualitätsstandards, Hygieneschulungen und Datenschutz (etwa bei digitalen Abläufen, siehe Digitalisierung in der Bestattung) gewinnen an Bedeutung. Die Bestatterverbände begleiten die Entwicklung mit Fortbildungen und Zertifizierungen. Was den Alltag ausmacht, beschreibt der Artikel Was macht ein Bestatter?; wie man den richtigen Betrieb findet, der Artikel Bestatter finden.