Palliativmedizin — medizinische Versorgung unheilbar Kranker
Palliativmedizin ist die spezialisierte Versorgung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen: Ziel ist nicht Heilung, sondern bestmögliche Lebensqualität — Schmerzfreiheit, Symptomlinderung und psychosoziale Begleitung von Patient und Familie. Sie ist das medizinische Fundament der Hospizarbeit.
Was Palliativmedizin leistet
- Schmerztherapie: Moderne Kombinationen (Opioide, Begleitmedikamente, Nervenblockaden) erreichen bei fast allen Patienten Schmerzfreiheit
- Symptomkontrolle: Atemnot, Übelkeit, Angst, Schlafstörungen, Verstopfung — die häufigsten Beschwerden der letzten Phase sind behandelbar
- Ganzheitlichkeit: Körper + Seele + soziales Umfeld + spirituelle Fragen (das WHO-Konzept: "total pain")
- Unterstützung der Familie: Anleitung, Entlastung, Trauerbegleitung — Palliativmedizin endet nicht mit dem Tod (Nachbetreuung der Angehörigen)
Die Strukturen in Deutschland
| Struktur | Wann? Wo? |
|---|---|
| Palliativstation (Klinik) | Akute Symptomkrisen, stationäre Schmerzfindung |
| Zu Hause: spezialisierte Ärzte/Pfleger kommen ins Haus (24/7 Ruf) | |
| Palliativmedizinische Konsiliar-/Liaisondienste | Beratung im Krankenhaus für alle Abteilungen |
| Stationäres Hospiz | Letzte Phase, wenn Zuhause nicht mehr möglich — Details: Hospiz |
| Ambulanter Hospizdienst | Ehrenamtliche Begleitung zu Hause |
Wann Palliativmedizin beginnt
Früh — nicht erst am Lebensende: Moderne Palliativmedizin begleitet ab der Diagnose einer unheilbaren Krankheit parallel zur kurativen Behandlung (z.B. während Chemotherapie gegen Beschwerden). Hausärzte und Onkologen kooperieren mit Palliativteams; der Übergang ist fließend, die Lebensqualität bleibt im Fokus.
Kosten
Palliativversorgung ist kassenfinanziert: SAPV, Palliativstationen, ambulante Hospizdienste zahlen die Krankenkassen; stationäre Hospize 95 % (Eigenanteil max. 5 €/Tag). Niemand muss aus finanziellen Gründen auf Palliativversorgung verzichten.





